| ausgaben |
| ausgabe 08 |
| |
| rubriken |
| wahlspecial |
| |
 |
|
|
|
|
MR. WIRTSCHAFT
> Warum sollten Studenten die FDP wählen?
> G. REXRODT: Weil Studenten selbstständige und eigenverantwortliche Persönlichkeiten sind, und das sind dieselben Grundprinzipien, die die Liberalen haben. Von daher dürfte da geistige Nähe bestehen. <
> Wie sieht die künftige Bildungspolitik der FDP aus wo soll gespart und wo investiert werden?
> G. REXRODT: Im Bildungsbereich muß überhaupt nicht gespart werden, ich möchte da mehr Wettbewerb haben. Die Hochschulen sollten ihr Profil besser auswählen können, selber Entscheidungskraft darüber haben, ob und wie hoch die Studiengebühren sein sollen, und die Bezahlung der Professoren festlegen können. Die FU sollte privatisiert werden. Was die Schulen angeht, auch da Selbstbestimmung des Profils und mehr Ganztagsangebote, unterschiedliche Besoldung der Lehrerschaft. Ein guter Lehrer könnte bis zum Doppelten eines schlechten Lehrers verdienen. <
> Wie steht die FDP zur Deregulierung der Bildungsträger?
> G. REXRODT: Bildung muß bestimmten Normen und Kriterien genügen. Der Staat kann sich aus seinem Bildungsauftrag nicht zurückziehen. Ich will auch nicht die staatliche Schule abschaffen, aber dieses völlig verkrustete und überregulierte Verwalten von Schulen und Bildung muß ein Ende haben. <
> Bedeutet das auch, Studiengebühren von Anfang an?
> G. REXRODT: Nein, das muß, wie gesagt, jede Uni für sich entscheiden. Das ist ein Element des Wettbewerbs, eine gute Hochschule wird das können. Ich persönlich sage, daß generelle Studiengebührenfreiheit denen zu Gute kommen würde, die sie eigentlich bezahlen könnten, und das ja dann auch wieder auf Kosten der Schwachen. Wir müssen da ein System etablieren. Erstens gibt es nicht generell Studiengebühren, und zweitens müssen wir mit dem Geld, das wir sparen, denen, die sozial schwach sind, Kostenfreiheit oder sogar Stipendien eventuell garantieren. Ich möchte auch sehr viel mehr Private dazu animieren, Gelder zur Verfügung von Stiftungen zu stellen, die Stipendien finanzieren, auch leistungsgebunden. Wir müssen auf dem Gebiet der Hochschulen hin zu einer Differenzierung und der Möglichkeit, Eliten auszubilden. <
> Besteht da nicht die Gefahr einer Zweiklassenuni?
> G. REXRODT: Wenn es eine schlechte Universität gibt, die nicht mehr frequentiert wird, muß sie eben ihre Pforten schließen. Das Grundübel der deutschen Bildung ist die Nivellierung auf durchschnittlichem Niveau. Wir brauchen unterschiedliche Bildungseinrichtungen, die zwar Chancengerechtigkeit für alle Begabten und Leistungswilligen am Start bieten, aber das Ergebnis muß frei sein.
Studiengänge, die keiner wählt, brauchen wir nicht mehr dauerhaft erhalten. Ich würde aber wünschen, wenn der Bedarf besteht bzw. wenn wieder Interesse kommt, muß man den Bestand sichern. Doch einen Orchideenlehrstuhl durchweg zu erhalten, ohne daß er gebraucht wird, wäre wider das System. <
> Sind Sie für gezielte Investitionen in Bildung?
> G. REXRODT: Ich bin nicht in der Landesregierung, aber wir wollen die Gelder in keinster Weise kürzen, lediglich die Verteilung soll gezielter erfolgen. <
> Was haben Sie studiert, und wie sehen Sie die heutige Studentengeneration?
> G. REXRODT: BWL. Die neue Studentengeneration ist okay lässig, selbstbewußt und auch wieder leistungsorientiert. Da hat sich in den letzten Jahren viel verbessert. <
Das Interview führten ErnestoCastillo und Tino Brömme
|
|