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DIE NEUE FIRSTLADY

   | Katja Koschmieder. Katja Steffel (33, 34, 35 — so genau konnte das Alter noch nicht ermessen werden) ist der „american dream in rose“ und verstärkt einmal mehr das Bild eines starken Politikers, der alsbald unser aller Leben in dieser Stadt zu verschönen hofft, so wie wir — alle normalen Bürger — es uns wünschen und herbeisehnen. Sie ist die „Frau an seiner Seite“, die sich öffentlich zurückhält und privat ihre Meinung sagt, die gerne kocht, Sport treibt und lacht, die sich — sie kann gar nicht anders — um Altenpflegeheime bemüht oder Plätzchenbäcker aufstöbert, wenn es weihnachtet, und das schon seit Jahren. Wer fühlte sich nicht aufgehoben unter einem Major, der so glücklich (und kinderlos) verheiratet ist? Ist es das, was Axel Wallrabenstein, der PR-Designer des möglichen Bürgermeisterpärchens, uns so eingängig vermitteln möchte? Oder will er nur die Leerstelle an der Seite des noch Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit (47), vergrößern, der uns sein Privatleben so unangenehm mitteilen mußte, und nun gar niemanden hat, der ihm liebevoll den Rücken stärkt. Wer küßt Klaus, wenn er die Wahl gewinnen sollte, wen schickt Klaus in die Pflegeheime und Krankenstationen? Alles muß er selber machen. Nun ist das nicht unbedingt ein schlechtes Licht, was da, auf den sympathischen Mann mit der leeren Seite fällt, die Wallrabenstein zur Kreation „Katja Steffel“ anregte — der privaten Seite unseres öffentlichen Mannes.
   Übrigens — über eigene homosexuelle Mitglieder im Freundeskreis hofft die designierte Bürgermeistergattin doch auch die Bekanntschaft mit Klausens Partner machen zu können.
   Nett wäre es bestimmt. Man weiß ja so wenig.